Die Zahlen sprechen für sich: 161 Kreuzfahrt-Anläufe verzeichnete der Hafen Warnemünde im Jahr 2011 – deutscher Rekord. Für das Jahr 2012 haben sich sogar 174 Kreuzfahrtschiffe angemeldet. Die Seereise ab Warnemünde liegt voll im Trend, der sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzen wird. Heißt: Warnemünde setzt auf das Wachstumspotenzial in der Kreuzfahrt - und das mit Erfolg.
Wie wichtig die Kreuzfahrt für Warnemünde geworden ist, zeigt auch die infrastrukturelle Entwicklung des Fischerdörfchens vor den Toren Rostocks. Im November 2011 wurde ein weiterer Meilenstein gesetzt, um das Potenzial der Kreuzfahrten weiter zu erschließen.
Endlich freie Fahrt zum Fährterminal heißt es seitdem in Warnemünde: Die neue Brücke, die die Stadtautobahn und den Kreuzfahrthafen Warnemünde verbindet, ist feierlich eröffnet worden. Für den Seereisenden bedeutet dies: Er muss mit dem Auto nicht mehr den oft beschwerlichen und langwierigen Weg durch Warnemünde antreten und spart damit bis zu einer halben Stunde Fahrzeit. Die neue Brücke verspricht: schnelle Wege direkt auf das Traumschiff.
Vor über 20 Jahren hätte in der ehemaligen DDR an die Erfolgsgeschichte Kreuzfahrt keine gedacht. Damals war der Hafen weitestgehend nur für den Frachtschifffahrtsverkehr ausgelegt. Erst ab Mitte der 1990er Jahre eroberten die Kreuzfahrt-Schiffe den Hafen in Warnemünde. Es sollte der Beginn eines neuen Kapitels in der nautischen Geschichte werden, ein Kapitel, dessen Potenziale noch lange nicht ausgeschöpft sind – speziell auch in Warnemünde.
Der Rostocker Hafen verzeichnete 2011 eine Kreuzfahrt-Rekordsaison. Noch nie legten so viele Luxus-Liner am Kai Rostock-Warnemünde an. Kreuzfahrt Warnemünde 2011: Das waren insgesamt 259 000 Passagieren aus aller Welt. Für das Jahr 2012 werden sogar noch höhere Zahlen prognostiziert. Der Grund: Mit der amerikanischen Reederei Princess Cruises Seereisen gibt ein weiterer Kreuzfahrt-Anbieter sein Debüt in Warnemünde.
Von diesen Zahlen war noch vor wenigen Jahren nicht auszugehen, doch der Trend beweist ganz eindeutig – Kreuzfahrt Warnemünde ist ein Erfolgsmodell, das seinen Zenit noch lange nicht erreicht hat:
Jahr Anzahl der Anläufe Passagierzahlen
1990 3 1161
1996 32 21917
1999 48 45532
2001 64 69499
2002 62 77656
2003 76 95092
2004 93 92209
2005 97 103000
2006 138 143000
2007 92 115000
2008 116 171500
2009 113 160000
2010 114 177000
2011 158 259000
Der Grund für den Erfolg des Hafens Rostock/Warnemünde ist nach Angaben Christian Hardts, HERO-Sprecher und Leiter Kreuzschifffahrt, die direkte Anbindung an den Tourismusort Warnemünde. „Dem Hafen kommt zugute, dass Mecklenburg-Vorpommern ein beliebtes Sommerreiseziel ist“, sagte er. „Bisher sieht es so aus, als ob wir die sehr guten Zahlen aus diesem Jahr auch 2012 haben werden.“
Die Investitionen der Hafen-Entwicklungsgesellschaft in den vergangenen zehn Jahren von rund 20 Millionen Euro in die Kreuzfahrt-Infrastruktur konnten so refinanziert werden.
Der Geschäftsführer des Landestourismusverbandes, Bernd Fischer, sieht kein Ende des Kreuzfahrtbooms. „Wir erwarten im nächsten Jahr noch einmal eine Rekordsaison“, so Fischer. „Eine ganze Reihe von amerikanischen Reedereien drücken auf den europäischen Kreuzfahrtmarkt, so dass wir auch zunehmend amerikanische Gäste in Mecklenburg-Vorpommern begrüßen werden.“
Eine dieser Reedereien ist die US-Reederei Princess Cruises Seereisen, die von 2012 an auf der Ostsee Kreuzfahrten anbietet. Der 12-Tage-Törn auf dem Luxusliner Emerald Princess beinhaltet die Stationen Tallinn, St. Petersburg, Helsinki, Stockholm, Kopenhagen, Oslo und Århus. Emerald Princess in Warnemünde.
Eine der wichtigsten und besten Investitionen für die Kreuzfahrt Warnemünde war sicher das neu errichtete Cruise Centre, das am Warnemünder Passagierkai am 1. Mai 2005 offiziell eröffnet wurde.
Das zweigeschossige Terminalgebäude ist eine Stahl-Glas-Konstruktion und besitzt eine Gesamtfläche von nahezu 3200 Quadratmetern. Im Erdgeschoss sind neben einer 1600 Quadratmeter großen Halle weitere 650 Quadratmeter für Funktions- und Abfertigungsräume vorhanden, u.a. für Zoll und Bundespolizei.
Rund 2500 Kubikmeter Beton, 200 Pfähle für die Tiefgründung, 200 Tonnen Stahl und 1500 Quadratmeter Glas wurden für den Bau des Kreuzfahrtterminals benötigt. Die Kosten für das Warnemünde Cruise Center betrugen ca. 5,5 Millionen Euro.
Das Gebäude besitzt land- und seeseitig je sieben Ein- und Ausgänge. In der Großraumhalle befinden sich Informationssysteme, die den Kreuzfahrtgästen eine erste Orientierung über Angebote in Warnemünde, Rostock und der Umgebung geben.
Das Warnemünde Cruise Center bietet den Kreuzfahrtgästen Service auf hohem Niveau und ist für einen Passagierwechsel von bis zu 2500 Personen am Tag ausgelegt. Damit bietet es Reedereien ideale Voraussetzungen für Kreuzfahrten in die Nord- und Ostsee.



